Lexikon
Fachbegriffe der Baustoffbranche einfach erklärt.
Bauchemie
Chemische Produkte für Bau und Sanierung wie Kleber, Beschichtungen und Additive.
Baustahl
Stahlsorte für tragende Konstruktionen im Hoch- und Tiefbau.
Beton
Baustoff aus Zement, Wasser und Zuschlagstoffen, der durch Hydratation aushärtet.
Betonstein
Aus Beton gefertigter Formstein für Mauern, Pflaster und Gartengestaltung.
Bewehrungskorrosion
Rostbildung an Stahlbewehrung durch Feuchtigkeit und Chloride.
Bewehrungsstahl
Gerippter Stahl zur Armierung von Betonbauteilen.
Bewehrungsstahl DIN 488
Stahlprodukt zur Bewehrung von Stahlbeton mit genormten Festigkeitseigenschaften (z.B. BSt 500 S). Wird nach deutscher Norm DIN 488-1 hergestellt und ist zentral für Bauprojekte.
Bitumen
Bindemittel für Asphalt und Abdichtungen im Flachdachbau.
Brandschutzsysteme
Technische Lösungen und Materialien zur Verzögerung oder Verhinderung von Brandausbreitung in baulichen Konstruktionen.
Brettschichtholz (BSH)
Verleimtes Holzprodukt für große Spannweiten im Holzbau.
Brettsperrholz (CLT)
Kreuzweise verleimte Holzlamellen für massiven Holzbau.
CLT — Cross-Laminated Timber
Brettsperrholz: massiver Plattenwerkstoff aus kreuzweise verleimten Brettlagen.
Betonfertigteil
Vorgefertigtes Betonelement für schnelle Montage auf der Baustelle.
Carbonbeton
Beton mit Carbon-Bewehrung statt Stahl, korrosionsfrei und leichter.
CBAM
EU-Grenzausgleich für CO₂-Emissionen: Importe zahlen denselben CO₂-Preis wie heimische Produktion.
CEM I — Portlandzement
Reiner Portlandzement nach EN 197-1 mit mindestens 95 % Klinkeranteil. Höchste Frühfestigkeit, aber auch höchster CO₂-Fußabdruck aller Zementarten.
CEM II — Portlandkompositzement
Portlandzement mit 6–35 % Hüttensand, Flugasche, Kalkstein oder anderen Zumahlstoffen. Reduziert CO₂-Fußabdruck gegenüber CEM I um bis zu 30 %.
CEM III — Hochofenzement
Hochofenzement mit 36–95 % Hüttensand. Senkt den CO₂-Fußabdruck um bis zu 65 % gegenüber klassischem Portlandzement.
Chemisch-Technische Produkte
Chemische Lösungen und Spezialmittel für Befestigung, Abdichtung und Stabilisierung in Bau- und Konstruktionsanwendungen.
CLT-Elemente
Cross Laminated Timber (Kreuzlagenholz): Mehrschichtige Holzwerkstoffe aus kreuzweise verleimten Brettern für tragende Konstruktionen im Holzbau.
CO₂-Intensität
Kennzahl, die die Menge an CO₂-Emissionen pro Einheit eines Produkts (z.B. pro Tonne Stahl) angibt und die Umweltbilanz eines Herstellungsprozesses beschreibt.
Dachstein
Dacheindeckung aus Beton, formstabil und langlebig.
Dachziegel
Gebrannter Tonziegel zur Dacheindeckung von Steildächern.
Dämmstoff
Material zur Wärme-, Schall- oder Brandschutzdämmung von Gebäuden.
Dauerhaftigkeit
Widerstandsfähigkeit eines Baustoffs gegen Verwitterung, chemische Angriffe und zeitliche Degradation, entscheidend für die Lebensdauer von Betonkonstruktionen.
DGNB — Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
Zertifizierungssystem für nachhaltige Gebäude — deutsche Alternative zu LEED und BREEAM.
DIN 4108
Deutsche Norm für Wärmeschutz und Energieeinsparung in Gebäuden, legt Anforderungen an Wärmedämm-Maßnahmen fest.
DIN EN 15804
Europäische Norm zur Erstellung von Umweltproduktdeklarationen für Bauprodukte und Bauleistungen, die Methoden für die Ökobilanzierung standardisiert.
DRI-Verfahren
Direktreduktion von Eisenerz mit Reduktionsgas — Alternative zum Hochofen.
Druckfestigkeitsklasse
Kennwert für die charakteristische Druckfestigkeit von Beton nach 28 Tagen — z.B. C20/25, C50/60.
Elektrostahl
Stahl, der durch Schmelzung von Stahlschrott in Elektroöfen hergestellt wird und gegenüber Hochofenproduktion bis zu 80% weniger CO₂-Emissionen verursacht.
EPD — Environmental Product Declaration
Standardisierte Umweltdeklaration nach ISO 14025 / EN 15804 — dokumentiert Lebenszyklus-Fußabdruck.
Epoxidharz
Hochfester Kunstharz für Beschichtungen, Klebungen und Injektionen im Bau.
EPS (Styropor)
Expandiertes Polystyrol, leichter und günstiger Dämmstoff für Fassaden.
ESG — Einscheiben-Sicherheitsglas
Thermisch vorgespanntes Glas mit 5-fach höherer Biegezugfestigkeit als normales Floatglas.
Estrich
Ausgleichsschicht auf Rohdecken als Untergrund für Bodenbeläge.
Expositionsklasse
Einteilung der Umgebungsbedingungen für Betonbauteile nach DIN EN 206 — bestimmt Mindestanforderungen an Zement, w/z-Wert und Betondeckung.
Expositionsszenarien
Dokumentierte Szenarien, die beschreiben, wie und unter welchen Bedingungen Stoffe während der Herstellung, des Transports oder der Anwendung mit Menschen und Umwelt in Kontakt kommen können. Notwendig für die Risikobeurteilung nachgeschalt
Fassadenputz
Außenputz zum Schutz und zur Gestaltung von Gebäudefassaden.
Feinsteinzeug
Sehr dichte Keramikfliese mit geringer Wasseraufnahme.
Festoxid-Elektrolyse
Elektrolyseverfahren mit festem keramischem Elektrolyt, das bei erhöhten Temperaturen arbeitet und höhere Effizienz als alkalische Elektrolyse bietet.
Flachglas
Industriell hergestelltes Glas für Fenster, Fassaden und Solaranlagen.
Flachstahlproduktion
Herstellung flacher Stahlprodukte wie Bleche und Platinen, typischerweise aus integrierten Stahlwerken. Unterscheidet sich von Langstahlproduktion durch flächige statt stabförmige Geometrie.
Fliese
Keramischer Belag für Wände und Böden in Feuchträumen.
Fließmittel
Betonzusatzstoffe, die die Verarbeitbarkeit und Fließfähigkeit von Beton erhöhen, ohne die Wassermenge zu erhöhen.
Flugasche (Steinkohle)
Feinstaub aus Kohlekraftwerken, puzzolanischer Zumahlstoff in Zementen. Verfügbarkeit sinkt mit dem Kohleausstieg.
g-Wert
Gesamtenergiedurchlassgrad einer Verglasung — Anteil der Sonnenenergie, die durchs Glas nach innen gelangt.
GEG — Gebäudeenergiegesetz
Zentrales Gesetz für energetische Anforderungen an Gebäude in Deutschland seit 2020.
Gipskartonplatte
Platte aus Gipskern mit Kartonummantelung für Trockenbau.
Granit
Hartes magmatisches Gestein für Fassaden, Treppen und Arbeitsplatten.
Grüne Fassade
Begrünte Gebäudehülle zur Verbesserung von Klima und Biodiversität.
Grüner Stahl
Stahl aus nahezu emissionsfreier Produktion — per Direktreduktion mit grünem Wasserstoff statt Kokshochofen.
Hochofenproduktion
Traditionelles Verfahren zur Stahlherstellung, bei dem Eisenerz in großen Hochöfen mit Koks reduziert wird und deutlich höhere CO₂-Emissionen als Elektrostahl verursacht.
Holzfaser-Dämmstoffe
Dämmaterialien aus Holzfasern, die durch Zerfaserung und Verdichtung von Holzresten hergestellt werden. Sie zeichnen sich durch gute CO₂-Bilanz und diffusionsoffene Eigenschaften aus.
Holzfaserdämmung
Ökologischer Dämmstoff aus Holzfasern mit guter Wärmespeicherkapazität.
Holzhybridbauweise
Bauverfahren, das Holz mit anderen Materialien (Beton, Stahl) kombiniert, um Tragfähigkeit und Nachhaltigkeit zu optimieren.
Holzrahmenbau
Bauweise aus Kanthölzern mit beplankter Rahmenkonstruktion.
Holzwerkstoff
Oberbegriff für Spanplatten, OSB, MDF und ähnliche Plattenprodukte.
Hüttensand (GGBFS)
Granulierter Hochofenschlackensand — Nebenprodukt der Stahlerzeugung, bindet hydraulisch und dient als Zumahlstoff in CEM II/III-Zementen.
Kalksandstein
Mauerstein aus Kalk und Sand, beliebt für tragende Innenwände.
KfW-Effizienzhaus
Energetische Standardstufen für KfW-Förderung — KfW-55, -40, -40 NH.
Klinker
Hartgebrannter Ziegel mit geringer Wasseraufnahme für Fassaden und Pflaster.
Klinkerfaktor
Anteil an Portlandzementklinker in einem Zement, ausgedrückt als Massenanteil. Wichtigster Indikator für den CO₂-Fußabdruck.
Konstruktionsvollholz (KVH)
Technisch getrocknetes Vollholz für tragende Konstruktionen.
Lambda-Wert (λ)
Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffs in W/(m·K) — je niedriger, desto besser die Dämmwirkung.
Lichtbogenofen (EAF)
Elektrisch betriebener Schmelzofen für Stahlschrott oder DRI-Eisenschwamm.
LVL — Furnierschichtholz
Plattenwerkstoff aus verleimten Furnieren — große Spannweiten und schlanke Querschnitte.
Passivhaus
Gebäudestandard mit Heizwärmebedarf unter 15 kWh/m²a.
Pflasterstein
Betonstein oder Naturstein für Verkehrsflächen und Gehwege.
PIR / PUR
Polyurethan-Hartschaum mit sehr niedrigem λ-Wert. PIR ist die flammgeschützte Variante.
Polyurethan-Dämmstoffe
Wärmedämmmaterialien auf Basis von Polyurethan, die durch ihre hohe Wärmeisolierleistung und niedriges Gewicht in der Gebäudehülle verwendet werden.
Porenbeton
Leichtbaustoff mit poröser Struktur und guten Dämmeigenschaften.
Portlandzement
Meistverwendeter Zementtyp, hergestellt aus Kalkstein und Ton.
REACH-Verordnung
EU-Verordnung 1907/2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien. Hersteller müssen alle Stoffe über einer Jahrestonne bei der ECHA anmelden und Sicherheitsdatenblätter bereitstellen.
Recyclingbaustoff
Baustoff aus aufbereiteten Abbruchmaterialien für ressourcenschonendes Bauen.
Rohstahl
Stahl in seiner unverarbeiteten Form, direkt aus dem Hochofen oder der Elektrolichtbogenöfen-Produktion, der anschließend zu Halbzeugen oder Fertigprodukten weiterverarbeitet wird.
Rückbaubarkeit
Eigenschaft eines Bauwerks, dessen Komponenten und Materialien nach Ende der Nutzung vollständig oder teilweise demontiert und wiederverwendet werden können.
Sandstein
Sedimentgestein für Fassaden und Restaurierungen historischer Gebäude.
Schiefer
Metamorphes Gestein für Dacheindeckungen und Fassadenbekleidungen.
Spannbeton
Stahlbeton mit vorgespannten Stahleinlagen für höhere Tragfähigkeit.
Stahlbeton
Beton mit eingelegter Stahlbewehrung zur Aufnahme von Zugkräften.
Steinwolle
Mineralische Faserdämmstoff aus Rohgestein, der sich durch hohe Feuerbeständigkeit (Brandklasse A1) und gute Wärmedämmeigenschaften auszeichnet.
Thermische Trennung
Bauliche oder material-technische Maßnahme zur Unterbrechung von Wärmeleitung zwischen Bauteilen mit unterschiedlichen Temperaturen. Verhindert Wärmebrücken in Konstruktionsdetails.
Transportbeton
Fertigbeton, der in mobilen Betonmischfahrzeugen von der Produktionsstätte zur Baustelle transportiert wird und vor Ort verarbeitet werden muss.
Trapezblech
Profiliertes Stahlblech für Dach- und Wandverkleidungen im Industriebau.
Trockenbauplatte
Plattenförmiger Baustoff für nichttragende Innenwände und Deckenverkleidungen.
U-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient eines Bauteils in W/(m²·K) — maßgebliche Kenngröße für die Energieeffizienz nach GEG.
UHPC — Ultrahochfester Beton
Beton mit Druckfestigkeit über 150 N/mm² — erlaubt signifikant schlankere Bauteile und längere Spannweiten.
Urban Mining
Bestehende Gebäude als Rohstofflager — Kern der Circular Construction.
Wärmebrückenelement
Vorgefertigtes Bauteil aus Tragmodul (Beton/Baustahl) und integrierter Dämmschicht, das Wärmeverluste an kritischen Anschlusspunkten auskragender Bauteile wie Balkonen oder Vordächern minimiert.
Wasserstoff-Direktreduktion
Dekarbonisierungsverfahren zur Herstellung von grünem Stahl, bei dem Eisenerz mittels Wasserstoff statt Kohlenmonoxid reduziert wird. Erfordert große Mengen regenerativen Stroms.
Wärmedämmverbundsystem (WDVS)
Mehrschichtiges System aus Dämmstoff, Armierung und Putz für Außenwände.
Zement
Hydraulisches Bindemittel, Hauptbestandteil von Beton und Mörtel.
Zementmatrix
Die Grundstruktur von Beton, bestehend aus erhartetem Zement, in die Zuschlagstoffe und Zusatzstoffe eingebunden sind und die die mechanischen Eigenschaften bestimmt.
Ziegel
Aus Ton gebrannter Mauerstein für Wände, Decken und Dachkonstruktionen.
Zirkuläres Bauen
Bauweise, die Materialien und Ressourcen in Kreisläufen nutzt, indem Bauprodukte nach Gebrauch recycelt oder wiederverwendet werden statt in den Abfall zu gelangen.