CEM II — Portlandkompositzement ist eine Zementart nach der europäischen Zementnorm, bei der ein Teil des Portlandzementklinkers durch mineralische Zumahlstoffe ersetzt wird. Der Klinkeranteil wird dabei reduziert und durch Hüttensand, Flugasche, Silicastaub, kalzinierte Tone oder Kalkstein ergänzt. Diese Zumahlstoffe stammen häufig aus industriellen Nebenprodukten oder natürlichen Rohstoffen und verändern sowohl den Herstellungsprozess als auch die Eigenschaften des Zements.

Zusammensetzung und Hauptbestandteile

Der Anteil der Zumahlstoffe liegt bei CEM II insgesamt zwischen 6 und 35 Prozent, bezogen auf einen festgelegten Hauptbestandteil. Zulässige Stoffe sind unter anderem Hüttensand (Kürzel S), Flugasche (Kürzel V), Silicastaub (Kürzel D) sowie kalzinierte Tone. Die einzelnen Stoffe unterliegen dabei unterschiedlichen Obergrenzen: Während Hüttensand oder Flugasche in größeren Anteilen eingesetzt werden können, ist der zulässige Anteil von Silicastaub deutlich niedriger begrenzt als bei den übrigen Hauptbestandteilen. Die genauen Grenzwerte je Zumahlstoff sind den jeweils gültigen Zementnormen zu entnehmen.

Unterteilung CEM II/A und CEM II/B

Innerhalb der Zementart wird nach dem Anteil der Zumahlstoffe weiter unterschieden: CEM II/A enthält einen Zumahlstoffanteil im unteren Bereich der Gesamtspanne, CEM II/B im oberen Bereich. Mit steigendem Zumahlstoffanteil verändern sich Erhärtungsverlauf und Frühfestigkeit des Zements, was bei der Planung von Erhärtungszeiten und Ausschalfristen zu berücksichtigen ist.

Festigkeitsklassen

CEM II wird wie andere Zementarten in die Festigkeitsklassen 32,5, 42,5 und 52,5 eingeteilt, jeweils mit dem Zusatz N für normalfest oder R für raschfest. Diese Einteilung beschreibt die Druckfestigkeitsentwicklung des Zements und ist unabhängig von der Zusammensetzung der Hauptbestandteile.

Anwendungsbereiche

CEM II findet breite Anwendung im Stahlbeton- und Spannbetonbau und wird auch für hochfeste Konstruktionsbetone bis zur Festigkeitsklasse C50/60 eingesetzt. Die konkrete Eignung für einen Bauteiltyp hängt von der gewählten Zementart, der Festigkeitsklasse sowie den Anforderungen der jeweiligen Betonzusammensetzung ab.

Abgrenzung zu CEM I und anderen Zementarten

Im Unterschied zu CEM I, der nahezu ausschließlich aus Portlandzementklinker besteht, enthält CEM II stets einen zweiten Hauptbestandteil. Zementarten mit deutlich höherem Hüttensandanteil werden separat als CEM III geführt. Für die Verwendung in bestimmten Expositionsklassen ist zu beachten, dass CEM II aufgrund der abweichenden Zusammensetzung nicht grundsätzlich dieselbe Eignung wie CEM I aufweist. Die Zuordnung zu zulässigen Expositionsklassen ist für jede Zementart und jeden Zumahlstoff gesondert in den einschlägigen Beton- und Zementregelwerken geregelt und projektbezogen zu prüfen.

Planungs- und Verarbeitungshinweise

Bei der Verarbeitung von CEM II ist insbesondere der langsamere Festigkeitsaufbau bei höheren Zumahlstoffanteilen zu berücksichtigen, etwa bei der Terminierung von Ausschalfristen oder bei Betonagen in kühlerer Witterung. Zudem wirkt sich die Art des Zumahlstoffs auf Eigenschaften wie Sulfatwiderstand oder Wärmeentwicklung während der Hydratation aus, was bei der Zementauswahl für das jeweilige Bauvorhaben zu beachten ist.

CEM II in der Berichterstattung

Die Einordnung von CEM II innerhalb der verschiedenen Zementklassen sowie dessen Bedeutung für die CO2-Reduktion im Vergleich zu CEM I und die aktuelle Marktentwicklung im DACH-Raum werden im Beitrag Beton und Zement DACH 2026: CEM-Klassen, CO2-Reduktion und Marktentwicklung behandelt.