Das Zeta-Potential misst die elektrostatische Abstoßung zwischen Partikeln in einer Dispersion und ist einer der Fundamentalparameter, der die Stabilität von dispersen Systemen beeinflusst. Ein geladenes Partikel zieht Gegenionen an; je weiter diese von der Oberfläche entfernt sind, desto stärker diffundieren sie. Die Gegenionen, die sich mit dem Partikel bewegen, definieren die Gleitebene – und das zugehörige Zeta-Potential.
Das Zeta-Potential ist keine Materialkonstante, sondern eine Systemeigenschaft aus Partikel und Medium. Änderungen in Ionenkonzentration, Ionenarten und pH-Wert wirken sich direkt auf das Zeta-Potential aus. Das bedeutet: Die Wasserqualität, der pH-Wert des Anmischwassers und selbst die Zugabe von Additiven können die Stabilität einer Dispersion beeinflussen.
Die Messung des Zeta-Potentials liefert detaillierte Einblicke in die Mechanismen von Dispersion, Aggregation und Ausflockung. Das gebräuchlichste Verfahren ist die elektrophoretische Lichtstreuung (Electrophoretic Light Scattering, ELS), auch Laser-Doppler-Velocimetrie genannt. Dabei wird gemessen, wie schnell Partikel sich in einem elektrischen Feld bewegen.
In der Praxis gilt folgende Faustregel für die Größenordnung der Ladung:
0 bis ±10 mV: Sehr instabil – schnelle Koagulation oder Flockung
±10 bis 20 mV: Begrenzte Stabilität
±20 bis 30 mV: Mäßig stabil
±30 mV und höher: Sehr stabil
Wichtig: Nicht das Vorzeichen bestimmt die Stabilität, sondern die Größenordnung – je höher die absolute Ladung, desto geringer die Gefahr von Aggregation. Die meisten Systeme sind tendenziell negativ geladen.
Durch die Optimierung des Zeta-Potentials können Hersteller die Produktqualität, Haltbarkeit und Prozesseffizienz verbessern. Das Verständnis und die Kontrolle des Zeta-Potentials ist für verschiedene Anwendungsbereiche von entscheidender Bedeutung.

