Sie müssen ein Geländer dauerhaft befestigen, Zaunpfosten verankern oder einen Carport im Fundament montieren? Injektionsmörtel bieten hier eine zuverlässige Lösung – vorausgesetzt, Sie wählen das richtige System. Fischer bietet mit dem FIS EM Plus und dem FIS V Plus zwei Produktlinien für unterschiedliche Anforderungen an. Beide Systeme arbeiten mit Ankerstangen oder Gewindestangen, die in das vorgebohrte Loch eingeklebt werden. Der Unterschied liegt in der chemischen Basis und den daraus resultierenden Tragfähigkeiten und Einsatzgebieten.
Was unterscheidet Epoxidharz- von Hybridmörtel?
Der FIS EM Plus ist ein Epoxidharzmörtel. Epoxidharze zeichnen sich durch sehr hohe Verbundspannungen aus und erreichen damit die höchsten Tragfähigkeiten. Der FIS EM Plus ist nach Herstellerangaben für Anwendungen in gerissenem und ungerissenem Beton sowie in Stahlfaserbeton zugelassen. Die optimierte Formulierung führt laut Fischer zu verbesserten Lastwerten. Besonders relevant: Der Mörtel ist für seismische Anwendungen in den Performance-Kategorien C1 und C2 bewertet und kann auch in diamantgebohrten und wassergefüllten Bohrlöchern verarbeitet werden.
Der FIS V Plus dagegen ist ein Hybridmörtel auf Vinylesterbasis mit integrierter Silantechnologie. Hybridmörtel verbinden die Eigenschaften von Vinylester und Epoxidharz und gelten als kraftvolle Universallösung für Beton und Mauerwerk. Der FIS V Plus wird von Fischer als „kraftvoller Universalmörtel" beschrieben und deckt ein breites Anwendungsspektrum ab – von Standardbefestigungen bis hin zu Hochleistungsanwendungen.
Für welche Anwendungen eignen sich die Systeme?
Die Wahl des richtigen Mörtels hängt von Untergrund, Last und baulicher Situation ab. Hier ein Überblick typischer Einsatzgebiete:
- Geländerbefestigung: Geländer an Balkonen, Terrassen oder Treppen benötigen dauerhafte Stabilität. Sowohl FIS AB 300 T als auch FIS V Plus 300 T eignen sich laut Quelle für das Einkleben von Gewindestangen in Beton und Ziegelmauerwerk. Die Kombination mit Gewindestangen-Sets und passenden Ankerhülsen ermöglicht eine professionelle Montage.
- Zaunpfosten und Pfostenschuhe: Für die Verankerung von Pfosten im Fundament werden FIS AB 300 T und FIS AB 300 T-CL genannt. Beide Varianten sind für Standardanwendungen geeignet. Im Außenbereich empfehlen sich Edelstahl-Gewindestangen-Sets.
- Carports und Pergolen: Beim Bau von Carports oder Pergolen ist eine stabile Verankerung der tragenden Pfosten im Fundament entscheidend. Auch hier kommen die genannten Injektionsmörtel zum Einsatz.
- Bewehrungsanschlüsse: Der FIS EM Plus ist laut Datenblatt für Bewehrungsanschlüsse („rebar connections") mit Durchmessern von 8 bis 40 mm zugelassen. Das macht ihn zur Wahl für nachträgliche Bewehrungsarbeiten oder Betonreparaturen.
Wie verarbeiten Sie Injektionsmörtel fachgerecht?
Die Verarbeitung erfordert saubere Vorbereitung und präzises Arbeiten:
Bohrlochvorbereitung: Das Bohrloch muss staubfrei und trocken sein – außer bei explizit für wassergefüllte Bohrlöcher zugelassenen Systemen wie dem FIS EM Plus. Verwenden Sie den passenden Bohrer für den jeweiligen Untergrund.
Mörtel auspressen: Injektionsmörtel werden mit einer Auspresspistole (z. B. KPM 3) und einem Statikmischer (z. B. FIS MR Plus) aufgetragen. Der Statikmixer sorgt für homogene Vermischung der beiden Komponenten. Bei Bedarf können Verlängerungsschläuche (ø 9 mm) zum Einsatz kommen.
Ankerhülsen und Ankerstangen: In Mauerwerk und bei größeren Bohrlöchern kommen Injektions-Ankerhülsen (z. B. FIS H K aus Kunststoff) zum Einsatz. Sie verhindern, dass der Mörtel in Hohlräume abfließt. Die Ankerstangen – etwa die Anchor rod FIS A in verzinkt oder Edelstahl A4 – werden anschließend eingedreht.
Verarbeitungstemperatur: Der FIS EM Plus kann laut Datenblatt auch bei niedrigen Temperaturen ab 0 °C verarbeitet werden – außerhalb der Zulassung sogar bis –5 °C. Das ist ein entscheidender Vorteil bei Montagen im Winterhalbjahr.
Welches Zubehör benötigen Sie?
Für eine fachgerechte Verarbeitung benötigen Sie neben dem Mörtel:
- Auspresspistole (z. B. Fischer KPM 3)
- Statikmischer FIS MR Plus
- Verlängerungsschlauch ø 9 (bei Bedarf)
- Injektions-Ankerhülse FIS H K (Kunststoff, für Mauerwerk)
- Ankerstangen FIS A oder Gewindestangen in verzinkt bzw. Edelstahl
- Passender Bohrer für den Untergrund
Worauf Sie bei der Materialwahl achten sollten
Injektionsmörtel sind Teil eines komplexen chemischen Befestigungssystems. Prüfen Sie vorab, ob eine Zulassung für Ihren spezifischen Untergrund (gerissener Beton, Mauerwerk, Naturstein) vorliegt. Achten Sie auf die angegebenen Lastwerte und die erforderliche Verankerungstiefe. Bei sicherheitsrelevanten Befestigungen – etwa Geländern – ist eine statische Berechnung durch einen Fachplaner unerlässlich.
Für den Außenbereich sollten Sie rostfreie Gewindestangen und Ankerstangen aus Edelstahl A4 verwenden. Die höheren Materialkosten zahlen sich durch Langlebigkeit und Korrosionsschutz aus.
Praxis-Tipp: Lagern Sie Injektionsmörtel kühl und frostfrei. Achten Sie auf das Verfallsdatum – abgelaufener Mörtel kann seine chemischen Eigenschaften verlieren und die Tragfähigkeit reduzieren.
